Archiv für die Kategorie ‘Literatur’

Kurioses zum Schluss

Montag, 28. Februar 2011

So, der Februar ist schon wieder vorbei – und damit die Rubrik Wissenswertes über China. Ich hoffe, ihr konntet ein paar interessante Details lernen.

Zum Schluss noch etwas, was mich sehr beeindruckt hat: Männer wie Frauen haben häufig einen extrem langen Nagel am kleinen Finger. Den lassen sie wachsen, um die Harmonie der Hand wiederherzustellen (sonst sind ja die beiden Finger an den Seiten so kurz und die mittleren so lang …).

China-Knigge IV

Freitag, 25. Februar 2011

Niemals bei Tisch (und am besten gar nicht in Gesellschaft) die Nase schnäuzen – dazu geht man in China auf die Toilette. Und wenn man ein benutztes Taschentuch „über“ hat, steckt man es auf gar keinen Fall in die Hosen- oder sonst eine Tasche, sondern entsorgt es sofort. Für Chinesen ist ein verrotztes Taschentuch in der Tasche so etwas, wie wenn wir uns in unsere Handtasche übergeben würden …

China-Knigge III

Donnerstag, 24. Februar 2011

Trinksitten: Für rund 50 % der Chinesen gilt, dass sie Alkohol nur schlecht vertragen, da ihnen ein zum Alkoholabbau im Körper wichtiges Enzym (Acetaldehyddehydrogenase) fehlt.

Im Gegensatz zu Europa muss das Trinkglas in China immer voll sein. Es wird also auch dann nachgeschenkt, wenn im Glas fast noch nichts fehlt. Sind die Gläser gefüllt, geht es ans Anstoßen und Zuprosten. Als besondere Respektbekundung gegenüber einer älteren oder übergeordneten Person wird das Glas beim Anstoßen mit zwei Händen gehalten, wobei die eine Hand das Glas normal hält, während die andere Hand mit der Handfläche nach oben unter den Glasboden gehalten wird. Eine weitere besonders höfliche Respektbekundung ist es, das eigene Glas beim Anstoßen etwas niedriger zu halten als das des Gegenübers. Bei festlichen Anlässen wird der Gastgeber außerdem zu dieser Gelegenheit eventuell ein paar nette Worte sagen. Dabei sollte man warten, bis man „gan bei“ hört, was wörtlich übersetzt „trockenes Glas“ heißt. Und genau das ist gemeint. In Deutschland würde man wohl „auf ex“ sagen. Prost!

China-Knigge II

Mittwoch, 23. Februar 2011

Einladungen zum Essen, Teil II: Es ist üblich, Gastgeschenke immer eingepackt zu verschenken. Der Gastgeber packt das Geschenk nicht vor seinen Gästen aus. Rote Geschenkverpackungen oder Briefumschläge sind gern gesehen, da sie für Glück stehen. Jedoch sollte man auf rote Tinte beim Schreiben von Briefen oder dem Beschriften des Briefumschlags verzichten. Rote Tinte impliziert, dass man eine Verbindung beenden möchte. Man sollte als Gast darauf verzichten, dem chinesischen Gastgeber oder seiner Frau Blumen mitzubringen. Dieses in Europa immer passende Geschenk wird in China vor allem bei Todesfällen geschenkt und ist daher in den meisten Fällen wenig passend.

China-Knigge I

Dienstag, 22. Februar 2011

Einladungen zum Essen, Teil I: Gemeinsame Essen gehören zu den beliebtesten Beschäftigungen der Chinesen. Was gilt es bei Einladungen zum Essen zu beachten? Vielleicht liegt es daran, dass das Essen in China so vielfältig ist und für jeden Geschmack etwas zu bieten hat, dass das gemeinsame Essen zu den wichtigsten Beschäftigungen in China gehört. Einladungen zum Essen sind wichtig und sollten möglichst angenommen und auch erwidert werden. Pünktlichkeit ist ebenso wichtig. Es ist unhöflich, in China zu spät zu einem Essen zu erscheinen.

Teekultur III

Montag, 21. Februar 2011

In der langen Geschichte des Teetrinkens hat sich eine besondere Teekultur in China herausgebildet. Das Teetrinken diente nicht allein zum Durstlöschen, sondern auch zur Förderung von Freundschaft und Gedankenaustausch. Mit der Teekultur sind viele Kunstformen eng verbunden, zum Beispiel Gedichte, Gemälde, Kalligraphiewerke, Lieder und Tänze, Theaterstücke, Balladen. Die verschiedenen Teesitten im Volk zeigen wiederum, dass auch die einfachen Menschen ihre Teekultur hatten. In den Städten entstanden Teehäuser, die von allen Schichten besucht wurden. Händler tauschten hier Geschäftsinformationen aus; Literaten und Gelehrte besprachen Kunstwerke; hier wurden sogar Streitigkeiten geschlichtet: Bei einer Tasse duftenden Tees wurde versucht, die Gemüter der Streithähne zu beruhigen. In Teehäusern konnte man sich auch Akrobatik- und Varietevorführungen ansehen sowie Balladengesänge und Geschichten hören. Teehäuser waren ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Lebens und aus dem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben Chinas nicht wegzudenken. Die Tradition der Teehäuser ist bis heute erhalten geblieben. Die bekanntesten Teehäuser sind das Lao She-Teehaus in Beijing, das Teehaus Tao Tao Ju in Guangzhou und das Teehaus Ba Yu in Chongqing.

Teekultur II

Freitag, 18. Februar 2011

Während der Zeit der Drei Reiche (220 – 280) amüsierte sich Sun Hao (242 – 283), der König von Wu, damit, dass er seine Minister hemmungslos trinken ließ, bis sie alle betrunken waren. Der Minister Wei Yao vertrug jedoch keinen Alkohol und durfte Tee trinken. Das soll der Anfang der Sitte gewesen sein, dass bei Treffen gebildeter Leute statt Wein Tee getrunken wird.

Während der Südlichen und Nördlichen Dynastien (420 – 589) erlebte der Buddhismus in China seine Blütezeit. Beim Meditieren tranken die Mönche Tee, um sich wach zu halten. Um den steigenden Bedarf an Tee zu decken, begannen die Klöster, Teesträucher anzupflanzen.

In der Tang-Dynastie (618 – 907) war das Teetrinken noch weiter verbreitet. Da Tee das Denken anregt, wurde Tee zum Lieblingsgetränk der Gelehrten. Man schrieb Lobgedichte auf den Tee und wählte ihn als Motiv für Bilder.

Teekultur I

Donnerstag, 17. Februar 2011

Die Entdeckung und Nutzung von Tee durch Chinesen reichen bis in die Shennong-Zeit vor 5000 Jahren zurück. Shen Nong, der Schutzpatron des Ackerbaus, erfand, so heißt es, viele landwirtschaftliche Geräte und brachte den Menschen den Ackerbau bei  und gilt als Begründer der Kräuterheilkunde. Die chinesische Medizin gewinnt Arzneimittel hauptsächlich aus Pflanzen. Um die Menschen von Krankheiten zu befreien, benutzte Shen Nong wildwachsende Pflanzen als Heilmittel. Er probierte verschiedene Kräuter und testete an sich selbst ihre Heilwirkungen. Dabei soll er an einem einzigen Tag 72 Mal Bekanntschaft mit giftigen Pflanzen gemacht haben. Zum Glück entdeckte er eine Pflanze, die entgiften konnte – den Tee. Seitdem betrachten die Chinesen ihn als wirksames Heilmittel, das die Natur den Menschen schenkt.  Anfang der Zhou-Dynastie (etwa 11. Jahrhundert bis 771 v. Chr.) gelangte der Tee als Heilmittel vom Volk zu den Königshäusern. Zu den Tributen, die Menschen aus der Gegend der heutigen Provinz Sichuan dem König Wu (etwa im 11. Jahrhundert v. Chr.) lieferten, gehörte auch Tee. Dem 3000 Jahre alten Zhou-Ritualbuch ist zu entnehmen, dass es am Königshof Zhou ein eigenes Amt für die Teezubereitung gab.

Fest steht, dass Tee als Getränk erst in der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) Anwendung fand. In der Han-Zeit war der Anbau der Teesträucher allgemein verbreitet. Das der Tee damals eine hohe Wertschätzung genoss, lässt sich auch daran erkennen, dass in mehreren Königsgräbern Tee als Grabbeigaben entdeckt wurde.

Religion

Mittwoch, 16. Februar 2011

China ist offiziell ein laizistischer Staat, d. h., dass Staat und Kirche voneinander getrennt sind. Die VR China hat in allen ihren Verfassungen das Recht auf Religionsfreiheit verankert. Für den chinesischen Staat gilt Religion als Privatsache. Es steht jedem frei, alleine oder in der Gemeinschaft mit anderen, zu beten, Schriften zu rezitieren, Gottesdienste abzuhalten, zu taufen oder Messen zu lesen.

Verbreitete Religionen sind Buddhismus, Daoismus, Islam und Christentum. Daneben ist ein alter chinesischer Volksglauben sehr einflussreich. Der Konfuzianismus, der eher Sozialethik als Religion ist, beeinflusst die moralischen Verhaltensweisen der Chinesen.

Heute gibt es fünf offiziell anerkannte nationale Religionsgemeinschaften: die buddhistische, die daoistische, die islamische, die katholische und die protestantische. Daneben gibt es eine russisch-orthodoxe Gemeinschaft und eine jüdische, mit einer Synagoge in Shanghai.

Die Flagge II

Dienstag, 15. Februar 2011

 Schon 1895 hatte sich eine Reformbewegung organisiert, die chinesische Regenerationsgesellschaft. Die Flagge dieser Organisation war einfarbig blau, mit einer weißen zwölfstrahligen Sonne in der Mitte. Im Jahre 1912 wurde die nationalrepublikanische Guomindang-Partei gegründet. Die Guomindang wählten sich eine einfarbige rote Flagge mit der blauen Flagge der Regenerationsgesellschaft in der obern Ecke. In einem langen Bürgerkrieg konnten sich die Guomindang im Jahre 1928 letztlich durchsetzen. Die Flagge der Guomindang wurde zur neuen Nationalflagge.

Die heutige Flagge Chinas wurde eingeführt, als am 1.10.1949 durch die siegreichen Kommunisten die Volksrepublik China gegründet wurde. Sie ist einfarbig rot mit einem großen und vier kleinen goldenen fünfzackigen Sternen in der oberen Ecke. Das Rot symbolisiert sowohl die kommunistische Revolution wie auch die Farbe der historischen Han-Dynastie. Die fünf Sterne symbolisieren einerseits China, Mandschurei, Mongolei, Sinkiang (Ostturkestan) und Tibet, andererseits steht der große Stern auch für die kommunistische Partei und die vier kleinen Sterne für die vier sozialen Klassen: Arbeiter, Bauern, Kleinbürger und sog. patriotische Kapitalisten.