Zum Themenbereich „Geschmack“ gibt es ein paar schöne Fremdwörter: Degustieren und gustieren bedeuten probieren, kosten („degustieren“ verwendet man vor allem für die Weinverkostung) und degoutieren bedeutet anekeln bzw. etwas ekelhaft finden (das Adjektiv lautet degoutant).
Guter Geschmack
31. März 2011Defraudieren
30. März 2011Defraudieren kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „betrügen, unterschlagen oder hinterziehen“. Substantive dazu lauten z. B. Defraudation und Defraudant.
Geomedizin
29. März 2011Was genau machen Geomediziner? Diese Wissenschaftler studieren die geografischen und klimatischen Bedingtheiten von Krankheiten und ihrer Verbreitung auf der Erde.
Tiefer Kleidausschnitt
28. März 2011Ein Fremdwort für den tiefen Kleidausschnitt kennen wir alle, nur wissen vielleicht nicht alle, wie man es schreibt. Auflösung – so: Dekolleté oder auch Dekolletee (der Duden empfiehlt die erste Variante).
Hyper- und Hypo-
25. März 2011Diese beiden Vorsilben eignen sich prima zum Verwechseln, deswegen hier noch mal zum Einprägen: hyper- bedeutet „über-“ und „hypo-“ bedeutet „unter-“. Deswegen hat man bei einer Hyperglykämie auch einen vermehrten und bei einer Hypoglykämie einen zu geringen Blutzuckergehalt.
Fremdwörter
24. März 2011Ich bin in der letzten Zeit ein bisschen vom eigentlichen Thema des BlogderWorte abgedriftet, weil es so viele wichtige Themen zu besprechen gab. Aber in den nächsten Tagen werde ich mal wieder ein paar Fremdwörter posten und besprechen.
Den Anfang macht heute das schöne Adjektiv konnubial: Es kommt aus der Rechtswissenschaft und bedeutet „die Ehe betreffend“. Das Substantiv dazu – also die Ehegemeinschaft – lautet Konnubium.
Libyen
23. März 2011Libyen (6,5 Mio. Einwohner) ist nach dem Sudan, Algerien und der Demokratischen Republik Kongo das viertgrößte Land des afrikanischen Kontinents, wobei 85 % der Landesfläche von der Sahara eingenommen wird. Libyen ist auch eines der wenigen Länder, in denen es keinen ständigen Fluss, sondern nur sogenannte Wadis gibt, zeitweilig austrocknende Flussläufe in Wüstengebieten, die nur nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser führen.
Um sich nicht von Lebensmittelimporten unabhängig zu machen, sondern auch zu einem Agrarexportstaat zu werden, begann Libyen 1984 mit der systematischen Förderung der eiszeitlichen Süßwasservorkommen in der Sahara. Das Great-Man-Made-River-Projekt ist das bisher größte Süßwasserprojekt der Welt. In übermannsgroßen Rohren wird fossiles Grundwasser aus tief liegenden Speichergesteinen der Wüste in Richtung der libyschen Küste geleitet. Hiermit wird seit einigen Jahren die Hauptstadt Tripolis mit ihren 1,8 Mio. Einwohnern (seit 1996) und Benghasi sowie die gesamte Küstenregion mit Wasser versorgt. Die Pipeline verläuft parallel zu großen Teilen der Küste Libyens und transportiert täglich mehr als 6 Mio. m³ Trinkwasser. Die Wasser- und die damit verbundene Lebensqualität hat sich seitdem dort erheblich verbessert. Unstrittig ist, dass das GMMR-Projekt eine gewaltige Bildungs- und Infrastrukturmaßnahme darstellt und Libyens ökonomische Stabilität nach Versiegen der Ölquellen gewährleistet, wobei bis heute ungewiss ist, wie groß die unterirdischen Süßwasservorkommen sind und somit die Dauer und das Funktionieren des Projekts.
Muammar Abu Minyar al-Gaddafi, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, bereits in der Schule wegen seiner Aktivitäten und Reden gegen die Monarchie bekannt wurde und schließlich am 1. September 1969 König Idris durch einen Putsch stürzte, übernahm als Führer einer Militärjunta die Macht und wandelte in den Folgejahren das Königreich in einen sozialistischen Staat um (so verstaatlichte er beispielsweise alle Erdölgesellschaften). Bei der offiziell als Basisdemokratie betitelten Regierungsform handelt es sich de facto um eine Militärdiktatur, die seit 1969 von Gaddafi angeführt wird. 1979 legte er formell alle politischen Ämter nieder, blieb aber bestimmende politische Persönlichkeit und de facto Staatsoberhaupt in Libyen, wie heute noch zu sehen ist. Er trägt seither als offiziellen Titel das „Amt des Revolutionsführers“.
Tunesien
22. März 2011Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas, dessen Bevölkerung von ca. 10 Mio. sich seit 1956 verdreifacht hat. Heutzutage hat Tunesien mit 1 % jedoch die niedrigste Geburtenrate in der arabischen Welt. In der Hauptstadt Tunis leben 2,3 Mio. Menschen. 98 % der Tunesier identifizieren sich kulturell mit den Arabern, wenngleich Studien belegen, dass sie aus ethnischer Sicht den Berbern und auch den Iberern näher stehen, während der genetische Anteil der Araber, die die Region im 7. und 8. Jahrhundert besiedelten, geringer ausfällt. Etwa 1 Mio. Tunesier leben im Ausland und haben wegen der hohen Geldsummen, die sie in die Heimat überweisen, erhebliche Bedeutung für die tunesische Wirtschaft.
Das Land war von 1881 an französisches Protektorat und wurde 1956 unabhängig. Laut Verfassung ist Tunesien eine Präsidialrepublik, die allerdings von zahlreichen Nicht-Regierungsorganisationen und Politikwissenschaftlern als autoritäres Regime bezeichnet wird. Nachdem sich der mittlerweile zu trauriger Berühmtheit gewordene Gemüsehändler Mohamed Bouazizi im Dezember 2010 selbst verbrannte, folgten Solidaritätskundgebungen im ganzen Land, die sich zu regimekritischen Kundgebungen ausweiteten. Forderungen nach Presse- und Meinungsfreiheit mischten sich mit Kritik an Korruption und Zensur. Diese sogenannte Jasminrevolution gipfelte Mitte Januar 2011 darin, dass der bisherige Präsident Ben Ali nach 23 Regierungsjahren dem öffentlichen Druck nachgab und fluchtartig das Land verließ.
Motiv der Unruhen war die Unzufriedenheit über die wirtschaftliche Lage großer Teile der Bevölkerung, insbesondere über die stark angestiegenen Lebensmittelpreise und Energiekosten, über die schlechten Zukunftsperspektiven der Jugend und über das jahrzehntelange autokratische und korrupte Regime. Mittlerweile wurden Neuwahlen angekündigt.
Algerien
21. März 2011Algerien ist nach dem Sudan und vor Saudi-Arabien das flächenmäßig zweitgrößte Land der arabischen Welt. Die 32 Mio. Algerier leben hauptsächlich in einem schmalen Saum zwischen der Mittelmeerküste und dem Atlasgebirge, wovon wiederum über die Hälfte in Städten lebt. Aufgrund fehlender Arbeitsmöglichkeiten und dem wachsenden Bevölkerungsdruck ist die Auswanderungsquote sehr hoch; schätzungsweise 2,3 Mio. Algerier leben im Ausland, davon über 1,5 Mio. in Frankreich, zu dessen Kolonialreich Algerien nach 1830 gehörte. Zu Unabhängigkeitsbewegungen kam es bereits 1945, woran auch die Tatsache nichts änderte, dass 1947 jeder Algerier automatisch die französische Staatsbürgerschaft erhielt. Die tatsächliche Unabhängigkeit erlangte Algerien jedoch erst 1962, nach einem acht Jahre andauernden Krieg. Gemäß der Verfassung von 1996 ist Algerien eine Präsidialrepublik mit einem alle fünf Jahre durch das Volk gewählten Staatsoberhaupt an der Spitze.
In der Hauptstadt Algier (2,2 Mio.), der größten Stadt und Namensgeberin des Landes, herrscht seit 2001 ein allgemeines Demonstrationsverbot. Die Pressefreiheit ist spürbar eingeschränkt, es herrscht eine Zensur. „Reporter ohne Grenzen“ bewertet Algerien im Press Freedom Index im Drittel der Staaten mit der geringsten Pressefreiheit.
Marokko
18. März 2011Marokko, dessen eigene offizielle Staatsbezeichnung „Maghrebinisches Königreich“ lautet, steht mit ca. 32 Mio. Einwohnern an dritter Stelle der bevölkerungsreichsten Länder der arabischen Welt. Rund 20 % der Marokkaner sind arabischstämmig. Die Berber (etwa 80 % der Bevölkerung, davon knapp 60 % arabisierte Berber) sind heute zumeist sesshafte Bauern. Obwohl Marokko eine alte Stadtkultur besitzt, leben nur 57,4 % der Bevölkerung in Städten. Marokko hat neun Städte mit jeweils mehr als 500.000 Einwohnern, wovon die größte Casablanca (3,1 Mio.) ist. In der Hauptstadt Rabat leben 1,7 Mio. Menschen. Landwirtschaft und Bergbau sind die Stützen der marokkanischen Wirtschaft, wobei der Phosphatgewinnung eine besonders große Bedeutung zukommt (etwa 75 % des weltweit geförderten Phosphats stammen aus Marokko). Marokko, das erst 1956 volle Unabhängigkeit von Spanien und Frankreich erreichte, ist eine konstitutionelle Monarchie, deren Staatsoberhaupt seit 1999 Mohammed VI ist.