Archiv für die Kategorie ‘Redewendungen’

Der Frühling

Mittwoch, 14. April 2010

Da wir diese Woche unseren Wortschatz ein wenig auffrischen wollen, dachte ich mir, dass euch auch mal interessiert, wie man deutsche Redewendungen auf Englisch übersetzt:

Wusstet ihr, dass man im Englischen nicht Äpfel mit Birnen sondern mit Orangen vergleicht (to compare apples and oranges)? Oder dass man In der Not frisst der Teufel Fliegen mit Beggars can’t be choosers übersetzt? Und dass man nicht zwischen dem Spatz in der Hand, der besser ist als die Taube auf dem Dach, unterscheidet, sondern dass die Redewendung A bird in the hand is worth two in the bush heißt? Weiter geht’s mit den Vögeln: Birds of a feather flock together ist das Äquivalent für Gleich und gleich gesellt sich gern.

Sehr interessant! Mal sehen, was ich noch so für euch finde …

Jemandem den Laufpass geben

Montag, 12. April 2010

Der Frühling ist jetzt da, und da können wir ja auch unsere Sprache einer Frühlingskur unterziehen!

Wie wäre es zum Beispiel mit der schönen Redewendung (auch Phraseologismus oder Idiom genannt): jemandem den Laufpass geben? Haben wir alle schon mal gemacht, und viele würden es liebend gerne mal mit dem Chef tun. Bedeutung: die Beziehung zu jemandem abbrechen. Kommt vom Laufzettel oder Laufpass, den die Soldaten früher bei ihrer Entlassung aus dem Militärdienst bekamen.

Das Kriegsbeil begraben

Freitag, 19. März 2010

Noch eine Redewendung, die man gut am Arbeitsplatz (aber natürlich auch anderswo) anwenden kann und öfter mal anwenden sollte: das Kriegsbeil begraben, also einen Streit beenden. Kommt daher, dass die nordamerikanischen Indianer als Zeichen der Beendigung eines Krieges ihre Waffen – die Kriegsbeile – begruben.

Krokodilstränen weinen

Donnerstag, 18. März 2010

Diese Redewendung gefällt mir besonders gut: Krokodilstränen weinen. Bedeutet: Rührung und Mitgefühl vortäuschen und dabei Tränen vergießen. Im Mittelalter war man der Überzeugung, dass Krokodile wie Kinder weinen, um ihre Beute anzulocken.

Der rote Faden

Mittwoch, 17. März 2010

Der rote Faden – also der leitende und verbindende Grundgedanke – als Redewendung kommt von Goethe, nämlich aus seinen „Wahlverwandtschaften“. Er bezieht sich auf den roten Faden in den Tauen der englischen Marine, der die Taue als Besitz der Krone kenntlich machte.

Sich die Sporen verdienen

Dienstag, 16. März 2010

Noch eine nette Redewendung, die man aus dem Berufsleben kennt: sich die Sporen verdienen. Bedeutet: erste Erfolge verbuchen können. Kommt daher, dass im Mittelalter nur Ritter Sporen tragen durften.

Aus dem Stegreif

Montag, 15. März 2010

Neue Woche, neuer Blog. Was haltet ihr davon, diese Woche zur „Woche der Redewendungen“ zu machen? Jeder von uns verwendet die eine oder andere Redewendung, ohne ihren Ursprung zu kennen. Redewendungen (auch Phraseologismen oder Idiome genannt) sind feste Wortverbindungen, deren Einzelteile praktisch nicht ausgetauscht werden können. Im Gegensatz zu Sprichwörtern sind Redewendungen keine ganzen Sätze.

Fangen wir doch mal an mit aus dem Stegreif. Der Chef, zum Beispiel, fordert ja immer mal wieder, dass wir die Ergebnisse der letzten Marketingkampagne aus dem Stegreif vortragen. Wir wissen dann zwar, dass das Vortragen ohne Vorbereitung und Vorlage abläuft, aber was ist der „Stegreif“, in dem wir uns ja wohl befinden, wenn wir daraus vortragen sollen? Stegreif kommt vom althochdeutschen Begriff für Steigbügel. So erfolgt in unserem Fall das Vortragen der Ergebnisse also, ohne aus dem Steigbügel zu steigen bzw. ohne vom Pferd abzusteigen

Durch die Lappen gehen

Dienstag, 09. März 2010

Wenn uns etwas durch die Lappen geht - wie ein gutes Geschäft oder eine Eintragung im Guiness-Buch der Rekorde – ist das ärgerlich. Und es soll Menschen geben, die noch nicht ein Mal wissen,  woher diese Redewendung kommt … 

Aus der Jägersprache:  Die Herrschaften, die damals entweder nicht in der Lage waren oder aber keine Lust hatten, sich auf langwierige Jagden einzulassen, um eventuell am Ende ohne Trophäe dazustehen, haben es sich einfach gemacht. Sie ließen ihre Treiber bunte Lappen spannen, um das Jagdgebiet einzugrenzen und die Tiere an der Flucht zu hindern. Wenn die niedlichen Rehe dann erst mal in einem kleinen Gebiet eingepfercht waren, hatten es die Fürsten nicht schwer, sie abzuschießen. Wenn ein kluges Tier jedoch mal entkam, ging es durch die Lappen.