Archiv für die Kategorie ‘Wissenswertes’

Enthält Coca-Cola Kokain?

Freitag, 11. März 2011

 

Über den ursprünglichen Kokaingehalt einer Coca-Cola ist viel spekuliert worden. Laut einem Rezept, das wohl von Frank M. Robinson verfasst wurde, enthielt ein Glas 8,45 mg Kokain, wobei die heutzutage typischerweise geschnupfte Dosis bei 20 bis 30 mg liegt, und oral eingenommenes Kokain schwächer wirkt. Ein Glas allein wird also keinen Rausch ausgelöst haben. Trotzdem streitet die Coca-Cola Company heute offiziell immer noch ab, dass ihr Getränk jemals Kokain enthalten habe.

2006 schrieb der Wiener Pharmazeut Wilhelm Fleischhacker in einem Artikel über Kokain: „Etwa um das Jahr 1885 wurde von dem amerikanischen Apotheker Pemberton Cocain zusammen mit Coffein einem als Allheilmittel angebotenen Getränk namens Coca-Cola zugesetzt. 1891 lagen bereits mindestens 200 Berichte über Cocainintoxikationen vor und 13 Todesfälle wurden bekannt. Bis 1903 enthielt 1 l Coca-Cola etwa 250 mg Cocain. 1914 wurde in den USA der Zusatz von Cocain in Getränken und rezeptfreien Arzneimitteln verboten und für Cocain auch in den europäischen Staaten strenge Suchtgiftbestimmungen erlassen.“

Nachdem die suchterzeugende Wirkung von Kokain sich allmählich in den westlichen Ländern herumgesprochen hatte, ging der Hersteller 1902 dazu über, nur noch nicht-alkaloide Extrakte aus den Kokablättern als Aroma zuzugeben. Dies geschah nicht zuletzt, um den Anspruch auf das Warenzeichen nicht zu verlieren. Ob Koka heute noch zur Cola-Herstellung verwendet wird, ist umstritten. Coca-Cola bestreitet es.

Dieser „Hauch der Sünde“ hat der Coca-Cola bei ihrem Erfolg und Image geholfen. In den USA wird Coca-Cola inzwischen nur unter dem ehemaligen Spitznamen „Coke“ vermarktet, der sowohl für Koks (Heizmaterial) als auch für Kokain steht. In den Südstaaten nannte man Coca-Cola lange schlicht nur „Dope“.

Coca-Cola: Das Rezept

Donnerstag, 10. März 2011

 

Die von Pemberton gebraute Pemberton’s French Wine Coca aus Wein, Kolanüssen und Kokablättern hat mit der heutigen Coca-Cola nicht mehr viel gemein. Sein Rezept war hauptsächlich konzipiert, den bitteren Geschmack des Kokablattes zu überdecken. Nachdem Pemberton das Rezept für die von ihm bereits abgewandelte, weinlose Coca-Cola mehrfach verkauft hatte, hatte ein Dutzend Leute Zugang zu seinem Rezept. Aus diesen Gründen änderte Candler die Zusammensetzung und gab ihr den Code 7X, wodurch er Coca-Cola geschmacklich vom Ursprungsrezept abgrenzen konnte. Er war so besessen von der Geheimhaltung, dass er das Rezept niemals zu Papier brachte, die Etiketten immer von allen Konzentraten entfernte und seine Cola stets eigenhändig hinter verschlossenen Türen braute. Das Konzentrat aus Kolanuss und Kokablatt erhielt den Namen Merchandise No. 5.

Die Hauptgeschmacksträger des Rezepts sind wohl Koka-Extrakt, Zitronensäure, Koffein, Zucker, Wasser, Limettensaft, Vanille, Karamell, Alkohol, Orangenöl, Zitronenöl, Macisöl, Korianderöl, Neroliöl und Zimtöl. Aber bekanntlich kommt es ja auf die Mischung an, und diese Details liegen im Haupttresor der SunTrust-Bank in Atlanta, in einfacher, schriftlicher Ausfertigung, nicht weit von der Konzernzentrale entfernt. Den Schlüssel dazu haben angeblich nur zwei Top-Manager, die wiederum, so die gut gepflegte PR-Legende, nicht mal dasselbe Flugzeug nehmen dürften, auf dass die kostbare Formel im Fall eines bedauernswerten Absturzes ja nicht verloren gehe.

So wichtig ist dem Coke-Konzern die eigene Legende, dass er die Mischung nie hat patentieren lassen: US-Patente laufen nach 20 Jahren aus und müssen bei einer Verlängerung offengelegt werden. Und das will der Konzern natürlich vermeiden. Nun will eine US-Radiostation das Geheimnis gelüftet haben. Sie hat wohl eine Kopie der Formel entdeckt – im Archiv des „Atlanta Journal-Constitution“, in einer Lokalkolumne vom 18. Februar 1979. Die Kolumne enthält tatsächlich das Foto einer Seite eines Notizbüchleins, darauf eine handgeschriebene Mixtur aus diversen Ingredienzen. Das Rezeptbuch gehörte einem Freund John Pembertons. Es wanderte von einer Hand in die andere und landete schließlich bei Everett Beal, ebenfalls Apotheker und ein Angelfreund des Kolumnisten Charles Salter, der es wiederum in besagtem Artikel veröffentlichte. Ob es das Rezept des „The Real Thing“ ist? Der Konzern hat die Nachricht zwar kommentiert, aber das heißt ja noch nichts…

Coca-Cola

Mittwoch, 09. März 2011

 Der BlogderWorte wünscht allen Lesern eine erholsame Fastenzeit!

Erst kürzlich sorgte die Meldung für Aufruhr, das Geheimrezept für die Herstellung von Coca-Cola (und damit das wohl bestgehütete Firmengeheimnis der Welt) sei gelüftet worden. Wir nehmen dies zum Anlass, die Geschichte von Coca-Cola etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Beginnen wollen wir mit der Firmengeschichte:

Erfunden wurde das ursprüngliche Getränk Coca-Cola 1888 vom US-Amerikaner John Stith Pemberton (1831-1888), dessen Tonikum gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit helfen sollte. Coca-Cola wurde also im Anfangsstadium als Medizin verkauft und beworben. Kurz vor Pembertoms Tod erwarb der Apothekengroßhändler Asa Griggs Candler die gesamten Rechte an Coca-Cola für sage und schreibe 2.300 US-Dollar. Dank seines unternehmerischen Geschicks schafft es Mr. Candler in vier Jahren, Coca-Cola im ganzen Land zu verbreiten. 1892 gründete er The Coca-Cola Company. Ein Jahr später ließ Candler Coca-Cola als Marke schützen und vermarktete sein Produkt schon bald in den gesamten USA und seit 1896 auch im benachbarten Ausland. Bereits 1898 eroberte das Unternehmen die Märkte in Kanada und Mexiko.

1899 führte Coca-Cola das Abfüller-System ein: Selbständige Konzessionäre füllen Coca-Cola in Flaschen ab und vertreiben das Getränk in exklusiven Verkaufsgebieten.

1917 zog Candler sich aus der Firma zurück. Sein Sohn Howard verkaufte 1919 hinter dem Rücken des Vaters die Coca-Cola Company an ein Konsortium für 25 Millionen Dollar.

Einer aus dem Konsortium, Robert W. Woodruff, wurde 1923 Präsident der Coca-Cola Company. Sein Ziel war es, dass Coca-Cola nie mehr als „eine Armeslänge von der Lust“ entfernt sein dürfe, und es weltweit zu verbreiten, wofür er 1926 das Foreign Sales Department – später The Coca-Cola Export Corporation – gründete.

1929 verfügte Coca-Cola bereits über 64 Abfüllanlagen in 28 Ländern und begann den weltweiten Siegeszug. Auch Deutschland gesellte sich in diesem Jahr zu den Coca-Cola-Ländern: Am 8. April wurde in Essen die erste Flasche Coca-Cola in Deutschland abgefüllt. Ein Jahr später wurde die „Coca-Cola GmbH“ in Essen gegründet. Der recht unspektakuläre erste Werbeslogan: köstlich – erfrischend.

Pancake Day

Dienstag, 08. März 2011

Der Internationale Pfannkuchentag wird in vielen Ländern gefeiert, in denen der Karneval keine Tradition hat. In England, zum Beispiel, werden am Faschingsdienstag (also heute) Pfannkuchen gebacken und verzehrt. Dieser Brauch rührt daher, dass man vor dem Fastenzeit noch die Lebensmittel aufbrauchen wollte, die man ab morgen nicht mehr essen darf: Molkereiprodukte, Zucker und Eier. In England werden die Pfannkuchen aufgerollt und mit Zitronensaft und Feinzucker bestreut.

Auch in Kanada, den USA, Ungarn, Serbien, Mazedonien, Kroatien, Sloevenien, Bosnien, in der Tschechischen Republik, in Rumänien, Polen, Südafrika und in Russland wird der Pfannkuchentag begangen. Neben dem Pfannkuchenessen werden hier oft Veranstaltungen organisiert, bei denen Spenden für gemeinnützige Projekte eingenommen werden.

Helau und Alaaf

Montag, 07. März 2011

Wir hier in Bayern werden, was die Fünfte Jahreszeit angeht, ja relativ stiefmütterlich behandelt – obwohl die Fastnacht im fränkischen Veitshöchheim schon zu angemessenem Ruhm gelangt ist.

Außer in Rio und in Venedig wird der Karneval aber auch in anderen Ländern großgeschrieben: Quebec City (Kanada), Mazatlán (Mexiko), Sydney und New Orleans.

Wissenswertes zur arabischen Welt

Freitag, 04. März 2011

Dass Schuhsohlen in der arabischen Welt nur dann gezeigt werden, wenn man seine Missgunst gegenüber jemandem ausdrücken will, wissen wir spätestens, seitdem Bush Junior nur knapp einem Schuhwurf an den Kopf entkommen ist.  Auch KT zu Guttenberg hat vor Kurzem Schuhe von unten zu sehen bekommen, und zwar von deutschen Wissenschaftlern.

Aber ich habe noch ein paar interessante Tipps, die es im Umgang mit Arabern einzuhalten gilt. Wie so vieles in diesem Blog erhebt auch diese Liste keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit:

1) Bei privaten Einladungen bringt man der Gastgeberin kein Geschenk mit.

2) Im Privaträumen zieht man die Schuhe aus. Beim Sitzen zeigt man dem Gegenüber auf keinen Fall die Schuhsohlen.

3) Frauen werden weder mit Handschlag noch mit einer sonstigen Berührung begrüßt.

4) Einheimische (besonders Frauen) wollen nicht fotografiert werden, schon gar nicht ungefragt – aber diese Regel sollte man im Rest der Welt auch einhalten.

5) Nicht so wichtig für (die meisten) Besuche in der arabischen Welt, aber trotzdem wissenswert:  Gläubige Moslems werden in jungfräulicher Erde bestattet, also in Gräbern, in denen vorher noch keiner beerdigt wurde. Sie werden auf der rechten Seite und mit dem Gesicht nach Mekka in ein Leichtuch gelegt, in der Regel ohne Sarg.

Der BlogderWorte im März

Dienstag, 01. März 2011

So, nun haben wir eine ganze Menge über China gelernt, und es gibt noch so viele wissenswerte Einzelheiten. Wir wollen den März über aber mal ein bisschen in die Welt schauen, was wir da so entdecken. Vielleicht kommen wir später auf China zurück.

Aus aktuellem Anlass sollten wir Libyen mal von der sprachlichen Perspektive aufrollen: Obwohl es anders ausgesprochen wird, schreibt man das Land tatsächlich Libyen. Die Einwohner sind Libyer und Libyerinnen, und das Adjektiv ist libysch.

Und jetzt noch zu Asien

Freitag, 09. Juli 2010

Kabul (Ägypten) ist ja noch bekannt. Aber jetzt kommts: Nouakchott (Mauretanien), Port Louis (Mauritius), Naypyidaw (Myanmar), Malé (Malediven), Aschgabat (Turkmenistan).

Amerikanischer Kontinent

Donnerstag, 08. Juli 2010

Beliebtes Urlaubsziel – hier also ein paar Hauptstädte: Asunción ist die Hauptstadt von Paraguay, Bogotá die von Kolumbien und Tegucigalpa die von Honduras. Dazu kommen Santiago de Chile (Chile), Belmopan (Belize) und Nassau (Bahamas).

Happy Birthday, Duden!

Mittwoch, 07. Juli 2010

Heute feiert der Duden seinen 130. Geburtstag! Für uns, die wir fast täglich mit ihm arbeiten, ein großer Tag.

Hier ein Auszug aus der Auflagengeschichte des Dudens: 

1880 – 1. Auflage: Der „Duden” erscheint erstmals unter dem Titel „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache” beim Verlag Bibliographisches Institut in Leipzig. Sein Verfasser, der Hersfelder Gymnasialdirektor Dr. Konrad Duden, verhilft mit diesem Rechtschreibwörterbuch der preußischen Schulorthografie von 1876 zum sprachraumweiten Durchbruch. Er legt damit die Grundlagen der deutschen Einheitsorthografie.

 

2009 – 25. Auflage: Am 21. Juli 2009 erscheint das Standardwerk der deutschen Rechtschreibung in 25., völlig neu bearbeiteter und erweiterter Auflage. Mit rund 135 000 Stichwörtern und über 500 000 Beispielen, Bedeutungserklärungen und Angaben zu Worttrennung, Aussprache, Grammatik, Stilebenen und Etymologie präsentiert der neue „Duden” den aktuellen Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache so umfassend wie nie zuvor. Abwrackprämie, fremdschämen, Hybridauto, twittern und Zwergplanet gehören zu den mehr als 5 000 neu aufgenommenen Wörtern.